
Die Zukunft der Bildung
Hrsg. Nelson Killius, Jürgen Kluge und Linda Reisch
In einem gemeinsamen Manifest haben die Wissenschaftler der
Werkstattgespräche McKinsey bildet. ihre Analysen,
Überlegungen und Forderungen zur Bildung zusammengefasst. Erschienen
ist dieses in einem Band der edition suhrkamp "Die Zukunft der
Bildung", herausgegeben von Nelson Killius, Jürgen Kluge und Linda
Reisch. Autoren des Manifestes
sind die Professoren Jürgen Baumert, Johannes Fried, Hans Joas,
Jürgen Mittelstraß und Wolf Singer.

Das rund 50-seitige Papier der Professoren umfasst Aussagen zu
den Bildungsinstitutionen Kindergarten, Schule, Hochschule – aus
Sicht unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen. Beantwortet
werden zentrale Fragen. Darunter: Wie hängt die frühkindliche Erziehung
mit der physiologischen Entwicklung des Kleinkindes zusammen? In
welcher Form trägt der Schulunterricht dem Umstand Rechnung, dass
dort stellvertretende Erfahrungen an Stelle von Lernen im Alltag
gemacht werden? Wie berücksichtigen Studiengänge in unserem
Land, dass sich Wissenschaft als eine Lebensform begreifen
sollte?

In weiteren Kapiteln behandeln die Autoren die inhaltlichen
Grundlagen von Bildung und gehen der Frage nach, auf welchen
Erfahrungen Werte basieren. In diesem Zusammenhang geht es – wie
beim Umgang der Wissenschaft mit ihrer jeweiligen Materie –
nicht zuletzt auch um Verantwortung. Verantwortung tragen hier
einerseits Erzieher, Lehrer und Dozenten. Denn nicht eine
abstrakte Gesellschaft ist schuld am so genannten Werteverfall,
sondern jeder Einzelne, der mit Erziehung zu tun hat. Und
andererseits ist auch jeder Einzelne verantwortlich, wenn unsere
Gesellschaft denen keinen
Respekt entgegenbringt, die erziehen, lehren oder ausbilden.
Die
Autoren knüpfen an europäische Traditionen an: Entwickelt hat sich
unsere abendländische Gesellschaft in einem ständigen Wettlauf
um Wissen und Bildung.

In ihrem Manifest fordern die Autoren einen höheren
Stellenwert für das Thema Bildung in unserer Gesellschaft:
"Bildung lehrt den vernünftigen Umgang mit der Welt. Deshalb
muss Bildung die zentrale Aufgabe unserer Gesellschaft werden."
Dazu bedarf es der öffentlichen Diskussion. Reichlich Material
für diese liefert das Manifest.
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